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Covid-19-Pandemie: Hohe Fehlzeiten bei Menschen in Pflegeberufen

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet in einem Beitrag über Ergebnisse einer Fehlzeitenstudie des WIdO (wissenschaftliches Institut der AOK), für die Daten von mehr als 14 Mio AOK-Versicherten berücksichtigt wurden. Es zeigt sich, dass im Zuge der Covid-19-Pandemie berufstätige Personen in der Pflege im Vergleich zu anderen Berufsgruppen und zur prä-pandemischen Zeit besonders stark von krankheitsbedingten Arbeitsausfällen betroffen waren. Die höchsten Krankenstände konnten zu den Höhepunkten der ersten und zweiten Welle der Pandemie verzeichnet werden.

Darüber hinaus bilden die Daten eine im Vergleich zu anderen AOK-versicherten Erwerbstätigen für Pflegefachpersonen eine erhöhte Zahl von Covid-19-Infektionen, ebenfalls besonders in der ersten und zweiten Pandemiewelle, ab. Die Zunahme arbeitsbedingter Infektionen habe sich im Zuge der dritten Welle allerdings nicht fortgesetzt, was die Autor:innen des Beitrags mit den Impffortschritt zurückführen.

Zudem verweisen sie auch auf die strukturellen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem, die den Arbeitsalltag von Personen in Pflegefachberufen prägen. Die Pandemie habe seit Jahren bekannte Defizite in der Verfügbarkeit von Fachkräften und im Bereich der Personalplanung verstärkt, wodurch sich die physischen und psychischen Belastungen der Mitarbeitenden ebenfalls weiter zugespitzt haben. Durch Versorgungsengpässe und mangelnde Personalressourcen trotz steigender Arbeitslast zeigten sich viele Pflegefachpersonen im Zuge der Pandemie immer häufiger „berufsmüde“ und tendierten dazu, sich beruflich umzuorientieren. Die Autor:innen empfehlen eine schnelle Anpassung des Personalschlüssels und weiterer Stellschrauben, um die Arbeitsbedingungen von Pflegefachpersonen auch in post-pandemischer Zeit zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Julia Piel

LiteraturDtsch Arztebl 2021; 118 (): A 1352–3.

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