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Health of the Elderly – Austausch mit slowenischen Alter(n)sforscher:innen

(eigenes Bildmaterial)

Was vor drei Jahren im Erholungsort Portorož an der slowenischen Adriaküste noch in Präsenz stattfand, wurde im Jahr 2021 als online-Konferenz umgesetzt. Die bereits 5. Internationale Jahreskonferenz, welche von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Primorska in Slowenien organisiert wird, fand am 17. September 2021 zum zweiten Mal zum Thema „Gesundheit älterer Menschen“ statt. Das Hauptziel dieser Konferenz ist es, die neuesten wissenschaftsbasierten interdisziplinären Interventionen zur Verbesserung der Gesundheit, Steigerung der Lebensqualität und zur Bekämpfung der Risikofaktoren für die häufigsten Krankheiten unserer modernen Zeit vorzustellen. Die thematischen Schwerpunkte der Konferenz ändern sich jährlich, wobei ältere Menschen, die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sowie Kinder und Jugendliche abwechselnd im Mittelpunkt stehen.

Das diesjährige Programm der Konferenz konzentrierte sich auf Gesundheitsprobleme älterer Menschen und stellte die neuesten Studien auf diesem Gebiet sowie neue Ansätze aus der Praxis vor. Aktuelle Fragen und Herausforderungen im Bereich der Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung für ältere Menschen wurden in verschiedenen thematischen Sektionen, den Leitthemen der Konferenz, aufgegriffen:

  • Psychologie/Soziales und Gesundheit älterer Menschen
  • Ernährung und Gesundheit älterer Menschen
  • Technologische und ICT-Lösungen für die Gesundheit älterer Menschen
  • Physiotherapie und Gesundheit älterer Menschen
  • körperliche Aktivität und Gesundheit älterer Menschen

Auch ich beteiligte mich erneut mit einem Paper sowie einem Vortrag zum Thema „Investigations of adult neuroplasticity as an effect of long-term physical activity in old age“.

Die Konferenz diente dem Austausch von Forschungsergebnissen, Meinungen und Erfahrungen von Experten auf dem Gebiet der Gesundheit älterer Menschen. Auf der Jahreskonferenz 2018 wurde betont, dass der Anteil der älteren Menschen an der Weltbevölkerung rasch zunimmt. Es wurde über zahlreiche Forschungsaktivitäten und öffentliche Initiativen gesprochen, die darauf abzielten, die Gesundheitsversorgung älterer Menschen und ihr soziales Leben zu verbessern. Ähnliches ließ sich auch vor einer Woche sagen und Prof. Nejc Šarabon, Vorsitzender des Programmausschusses der Konferenz, wies darauf hin, dass es noch viele unbeantwortete Fragen und Möglichkeiten für die Forschung im Bereich der Gesundheit älterer Menschen gibt.

Ältere Menschen waren von der Pandemie wahrscheinlich stärker betroffen als jede andere Gruppe. Studien zeigen, dass während der Pandemie bei älteren Menschen häufiger Angstzustände, Depressionen und Einsamkeitsgefühle beobachtet wurden (1). Das Hauptziel der Konferenz bestand darin, das allgemeine Bewusstsein für die Bedeutung der Gesundheit älterer Menschen zu schärfen, indem die neuesten einschlägigen Erkenntnisse vorgestellt sowie die weitere Reflexion und Zusammenarbeit von Experten auf diesem Gebiet gefördert wurden. Die thematische Aufteilung der Konferenz in fünf Sektionen resultiert aus dem Bewusstsein, dass eine Berücksichtigung all dieser Aspekte nötig ist, um einen Menschen ganzheitlich behandeln zu können. An dieser Stelle sei nochmals auf die Wichtigkeit interdisziplinärer Alter(n)sforschung hingewiesen. Positiv anzumerken ist, dass die Konferenz einen umfassenden Überblick über das Thema der Gesundheit älterer Menschen bietet und Forscher:innen immer wieder zu Fragen, Anmerkungen und Diskussionen anregte. Allerdings war das Publikum, wie erwartet, in der digitalen Konferenz deutlich zurückhaltender als drei Jahre zuvor.

Trotz der vielen Forschungsaktivitäten halte ich es noch immer für bedeutsam, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die Kräfte zu bündeln, um die Gesellschaft so zu gestalten, dass ein gesundes Altern für so viele Menschen wie möglich gewährleistet werden kann.

Literaturangaben

(1) Wu, Bei (2020): Social isolation and loneliness among older adults in the context of COVID-19. A global challenge. In: Global health research  and policy 5, S. 27. DOI: 10.1186/s41256-020-00154-3

Dr. Mandy Bade, Zentralprojekt, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung

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